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Haut+Falten

Die Haut und ihre Falten


Hautfalten erfolgreich bekämpfen

Die Haut ist mit Abstand das größte und am kompliziertesten aufgebaute Organ.
Bis zu 2 Quadratmeter groß und etwa 10 Kilo schwer.

Die wichtigsten Aufgaben sind der Schutz vor dem Eindringen schädlicher Substanzen und Auskühlung.

Die Haut besteht aus drei Schichten:

a.)Oberhaut (oder Epidermis): Wirkt wie ein Schutzschild (durch abgestorbene Hornzellen).
Verhindert, dass Feuchtigkeit von innen verdunstet und Wasser und Keime von außen eindringen können.

b.)Lederhaut (oder Dermis): Besteht aus einer dicken Masse, in der Blut- und Lymphgefäße und auch die Nerven verlaufen.
Außerdem liegen hier die Elastin - und Kollagenfasern, die für die Geschmeidigkeit und Elastizität überaus wichtig sind.

c.)Unterhautfettgewebe (oder Subcutis): Ist ein Netz aus Bindegewebe und dazwischen eingelagerten Fettzellen.
Dieses Gewebe, durch das unterschiedliche Größenwachstum (Gewichtszunahme) nicht immer Grund zur
Freude, hält die Organe warm und wirkt auch als Stoßdämpfer.




Die verschiedenen Produkte zur Bekämpfung altersbedingter Falten


Die Glättung aus der Tube:

Alle frei in Drogeriemärkten und Parfümerien erhältlichen Cremes und Salben sind
zur äußerlichen Anwendung, zur Reinigung, Pflege und Beeinflussung des Aussehens
bestimmt.
Sie dürfen die physiologischen Vorgänge der Haut nicht beeinflussen, sonst wären es Arzneimittel und diese sind rezeptpflichtig.

Vitamin A-Säure:

Vitamin A (oder Retinol) ist für den Aufbau und die Erhaltung der Haut und Schleimhäute unentbehrlich.
Es ist vor allem in tierischen Produkten aber auch in vielen Pflanzen (als Vitaminvorstufe) enthalten.
Bei Behandlung mit Vitamin A-Säureprodukten verdickt sich die Oberhaut und die Bildung der Hyaluronsäure wird angekurbelt. Die Feuchtigkeit kann besser gehalten werden (diese Fähigkeit geht im Alter leider etwas verloren).
Dadurch sieht die Haut praller und geringer pergamentartig aus.Die Pigmentflecken werden geringer und die Haut wird etwas rosiger, weil die Bildung der feinen Blutgefäße in der Lederhaut angeregt wird.

Diese Präparate sind rezeptpflichtig. Es ist empfehlenswert, sich von einem Dermatologen beraten zu lassen, da am Anfang der Behandlung nur geringe Konzentrationen verwendet werden dürfen.
Am Anfang nur jeden zweiten Tag die Creme dünn aufzutragen und erst nach etwa drei Wochen auf einmal täglich steigern.
Die Erfolge, die damit erzielt werden, sind allerdings eher bescheiden (nach einer neuen amerikanischen Studie: nach 6 Monaten bei 30 Prozent eine leichte Verbesserung, bei 35 Prozent eine minimale Verbesserung und bei 35 Prozent gar keine).


Es sollte während der Behandlung eine Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz verwendet werden, da die Haut enorm empfindlich gegen Sonneneinwirkung wird.

Häufig kommt es zu trockener schuppender Haut, Juckreiz, Hautreizung und Hautrötung.
Tritt eines dieser Symptome auf, muss die Behandlung bis zum Abklingen dieses Symptomes unterbrochen werden.


Fruchtsäuren:

Wird aus Früchten (Apfel, Trauben oder Zitrusfrüchte) aber auch aus Milch und Zuckerrohr gewonnen.
Das Wirken und die Behandlung sind ähnlich der Vitamin A-Säure Behandlung, hier kommt es allerdings
sehr auf die Zubereitung an. Nicht die Konzentration ist dabei ausschlaggebend, sondern der ph Wert des Präparates.
Je niedriger der ph-Wert, desto intensiver wird die Wirkung.
Am wirksamten dürfte die Glykolsäure zu sein. Am Beginn der Behandlung sollte die Cremes nur jeden zweiten Tag aufgetragen werden.
Sollte die Creme gut vertragen werden, kann sie jeden Tag aufgetragen werden. Mit der Zeit kann man dann auf höhere Konzentrationen umsteigen.
Die Behandlung mit Fruchtsäure Cremes sollte nicht länger als drei Monate durchgeführt werden.
Während der Behandlung muß eine Feuchtigkeitscreme und ausreichend Sonnenschutz verwendet werden, da die Haut empfindlicher gegen Sonneneinwirkung ist.
Bei der Behandlung mit Fruchtsäure kann auf jeden Fall ein länger andauernder Effekt erzielt werden.


Hormone:

Vor und auch während der Behandlung ist unbedingt ein Hormonstatus notwendig. Die Salbe, die entweder Östradiol oder Östriol (beides Östrogene) enthalten, wird in der Apotheke frisch angerührt und bewirkt, dass die Falten abflachen und die Haut feinporiger und auch fester wird.
Die Östrogensalbe wirkt sich positiv auf die Produktion der Kollagen- und Elastinfasern und somit auf die Festigkeit der Haut aus.
Die Haut wird zarter und rosiger und ist in der Lage, mehr Flüssigkeit zu speichern.

Es kann auch zusätzlich eine Iontophoresebehandlung durchgeführt werden.
Dazu wird eine Spezialmaske auf das Gesicht der Patientin gelegt. Dadurch kann die Hormonsalbe tiefer in die Haut eindringen.
Die Maske wird für 20 Minuten belassen, danach ist das Gesicht eventuell für einige Stunden gerötet.
Es empfiehlt sich, die Behandlung für drei Monate, mit zwei Sitzungen pro Woche, durchzuführen.


Fruchtsäurepeelings:

Sie werden zur Korrektur von feinen Fältchen, Pigmentflecken und auch zur Behandlung aknebedingter Narben angeboten.
Ein solches Peeling sollte nur von einem dazu befugten Arzt durchgeführt werden.
Vom Laien durchgeführt kann es zu dauerhaften Schäden an der Haut kommen (Verätzungen mit Blasenbildung).
Die Vorbehandlung mit Fruchtsäurecremen sollte etwa zwei Wochen vor dem Peeling begonnen werden.
Der ph Wert der Haut sinkt und die oberste Hornschicht wird vom Körper abgestoßen. Dadurch dringen die Peelingsubstanzen besser und gleichmäßiger in die Haut ein.
Vor der Behandlung ist eine gründliche Reinigung des Gesichts erforderlich. Danach wird die Säure mit einem Wattestäbchen aufgetragen und nach wenigen Minuten mit Natriumbicarbonat neutralisiert und somit unwirksam gemacht.
Eine Sitzung dauert 20 Minuten und der ph-Wert sollte bei der ersten Behandlung über 2,0 sein.

Nach dem Peeling wird die Haut mit einer Eismaske beruhigt. Die Haut ist bis zu 24 Stunden gerötet, gespannt und brennt wahrscheinlich auch.
Das Ergebnis kann noch deutlich verbessert werden, wenn nach dem Peeling eine mehrwöchige Nachbehandlung mit Fruchtsäurecremes erfolgt.


Chemisches Peeling:

Der große Unterschied zu Fruchtsäurepeelings besteht darin, dass diese Substanzen (etwa Trichloressigsäure, Phenol) tiefer in die Haut eindringen und Fältchen, Altersflecken und auch Narben zum Verschwinden bringen.
Sie sind effektvoller als Fruchtsäurepeelings aber auch die Nebenwirkungen können stärker sein.
Es kann sogar, bei unsachgemäßer Anwendung, zu Problemen an Herz und Nieren kommen.
Wenn die Präperate zu tief in die Haut eindringen, kann es zu bleibenden Narben (Verätzung) kommen.
Die Vorbehandlung beginnt 4-8 Wochen, mit Fruchtsäurecremen, damit die obersten Hornzellen abgestoßen werden.

Die Behandlung wird meistens in einem Dämmerschlaf oder Narkose durchgeführt, da die Schmerzen
sehr stark werden können.
Das Gesicht wird wieder sorgfältig gereinigt, dann wird mit Wattepads die Säure dünn aufgetragen und für 30 Minuten belassen.
Als Reaktion auf die Verätzung zeigen sich Schwellungen, Rötungen, die Haut brennt, nässt und ist extrem empfindlich, eigentlich eine Wunde!
In den ersten Tagen nach der Behandlung darf das Gesicht nicht gewaschen werden, keine Seife, keine Pflegeprodukte, und unbedingt nicht an den Krusten kratzen.

Nachdem das Gesicht für einige Zeit eine offene Wunde darstellt, muss sie vor jeglicher Infektion geschützt werden.
Eine Ansiedelung von Bakterien oder Viren können schwerste Hautinfektionen hervorrufen.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wird man erst nach dem völligen Abschluss des Heilungsprozesses (etwa 3 Monaten) beurteilen können.

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